Starkbieranstich am Nockherberg 2009
3. April 2009 von Vrankey
Gestern wurden von 19-21 Uhr erstmals der Starkbieranstich inklusive “Derblecken” am Nockherberg live im BR übertragen – und er war, im Vergleich zu den eh schon guten letzten Jahren, diesmal ein definitives Highlight. Zwar hat Michael Lerchenberg als Bruder Barnabas in seiner Rede vergleichsweise “Gnade vor Recht” ergehen lassen, deftig war es trotzdem noch – zurecht, erst recht bei den Vorlagen, welche die Politprominenz seit der letzten Fastenzeit geliefert hatte. Von den Protagonisten des Absturzes der CSU bei der letzten Landtagswahl, über Meinungsflexibilität von Ministerpräsident Horst Seehofer, über die Freien Wähler, der FDP und den Grünen bis hin zu OB Ude und dem bayerischen SPD-Spitzenkandidat Franz Maget, der als Vizepräsident der Münchner Löwen zuletzt “ungemein glänzte”, bekamen alle ihr Fett weg.
Großartig war der Vergleich des CSU-Nachwuchses Söder und zu Guttenberg mit den Disney-Figuren Donald Duck und Gustav Gans – damit hat er den Nagel auf den Kopf getroffen!
Markus Söder meinte dazu später in ein Mikrofon zu kommentieren: “Nun, wenn ich das richtig im Kopf habe, hat Donald Daisy am Schluß doch noch gekriegt.” Fragt sich nur, am Schluß von was, und wer hier nun Daisy sein soll…
Geschlossen wurde Lerchenbergs Rede angesichts der Finanzkrise sehr ernst, auch mit Blick auf mögliche Systemumstürze, und hat damit vielleicht den einen oder anderen Politiker zum Nachdenken gebracht.
Das folgende Singspiel war dieses Jahr thematisch in eine Mittelalter-Burgen-Geschichte eingebettet, in der die Rolle von Horst Seehofer als Robin Hood dargestellt wurde. Die Darsteller von Stoiber, Huber und Beckstein landeten schon zu Beginn im Burggraben und kamen da im Stück auch nicht mehr (dauerhaft) heraus. Nachdem der “Södurai” für viel sinnfreie Unruhe sorgte, und dabei auch mit Claudia Roth sang, die ihm zuvor ins Netz gegangen war, tauchte irgendwann eine rothaarige SM-Domina (wer wohl
) in Begleitung der “Freien Quäler” auf, bevor Frau Merkel wenig begeistert Herrn zu Guttenberg durch die Gegend fahren durfte. Ein Höhepunkt: der wie immer grandiose Imitator von Christian Ude seilt sich von einem Glockenturm ab und murmelt dabei: “Dass ich mich immer an die große Glocke hängen muß….”
Böse getroffen wurde SPD-Kanzlerkandidat Steinmeier, der als leichenblasser, notorisch langweilender Ritter dargestellt wurde. Ein Nebendarsteller meinte über ihn: “Wenn ich nicht wüßte, dass der Schröder noch leben würde, würde ich denken, er ist jetzt untot.”
Insgesamt bleib auch das Gemeckere der anwesenden Prominenz über die Härte des Humors aus. Das mag vielerlei Gründe haben: erstens war Kritik in den letzten Jahrzehnten wohl nie so gerechtfertigt wie jetzt, zweitens war z.B. Lerchenberg in seiner Rede etwas weniger hart. Zudem hat man sich wohl nun an ihn “gewöhnt” – erst recht, da seit der Entthronisierung von Django Asül wohl klar sein dürfte, dass die Rolle nicht immer in milderer Form nachbesetzt wird.
In diesem Sinne: war ein gelungener Starkbieranstich. Hoffentlich wird’s nächstes Jahr ähnlich gut – am besten sogar ohne so viele negative Vorlagen…!
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