Gösser Bierklinik in Wien
12. August 2009 von Vrankey
Letztes Wochenende hat es mich in die österreichische Bundeshauptstadt Wien verschlagen – für einen Bierfan ist dabei ein Besuch der “Gösser Bierklinik” (Lage) nahe des Stephansdoms ein Muß. Und so haben meine Freundin und ich dem Wiener Wirtshaus am Montag, einen Tag vor unserer Abreise aus der Donaustadt, einen kulinarischen Besuch abgestattet. Taugt die Bierklinik was? Hier das Ergebnis.

Die Halle, vormals Hof der Bierklinik
Vorab der eigentlich einzige Kritikpunkt: wir wollten schon Sonntag abend hin und dort ein bis mehrere Schnitzels (Plural von Schnitzel!) respektive Biere genießen. Doch wie wir erfahren mussten, sind die Wiener in dieser Beziehung sehr katholisch – Sonntag ist hier in fast allen Wirtshäusern Ruhetag! Als Tourist kann man da fast verhungern….
Gottseidank (man beachte die Ironie dieses Ausdrucks) konnten wir tags darauf den Besuch in der Gösser Bierklinik nachholen. Von außen sieht das Hopfenhospital aus wie ein richtig schönes, altes, gemütliches Wirtshaus (oder, wie ein ostdeutscher Besucher sagte: “richtich urich”
). Innen sieht es erstmal “interessant” aus, was daran liegt, dass der einstige Hof zu einer Halle umfunktioniert wurde – anders sind inhäusige Balkone kaum zu erklären (siehe Bild oben
).
Nach Betreten werden wir direkt vom Ober, einem typischen Wiener, begrüßt und uns ein Tisch angeboten. Nach einem Blick auf die Speisekarte steht die erste Bestellung bald fest: ein Wiener Schnitzel sowie ein “gemischtes” Gösser, sprich Dunkles und Helles halb und halb. Klingt erstmal merkwürdig, mundet aber, siehe Bild unten.

Prost bei einem “Gemischten”!
Das Schnitzel kommt auch bald – ist ausreichend groß, schön dünn und mit luftiger, schmackhafter Panade umhüllt, die vielleicht einen minimalen Tick knuspriger sein könnte. Dazu gibt es “Erdäpfelsalat” (Kartoffelsalat
) nach Wiener Art, der jedes Pommes Frites vergessen lässt: nicht matschig, dicke Scheiben, mit ein paar roten Zwiebelstücken drin – schmeckt fantastisch! Dazu gibt es noch ein Gösser “Spezial”, das sogar noch besser als das Gemischte schmeckt.

Traditioneller Löwe und Fernseher
Zum Innenambiente (siehe Bild 3) der Gösser Bierklinik sei noch angefügt, dass dies sehr geschmackvoll irgendwo zwischen traditionellem, Retro- und mediterranem Flair eingerichtet ist. Die Löwen an den Türen gefallen mir als 1860-Fan natürlich besonders
und auch der alte Fernseher passt irgendwie prima rein.

Natur und Braukultur
Als Nachtisch gibt’s noch pro Person zwei Eispalatschinken mit Schokoladensauce – der Ober wünscht uns “Mahlzeit weiterhin”.
Wär aber nicht nötig gewesen, es schmeckt auch so weiterhin super. Danach noch ein Blick auf die Bierkarte (siehe letztes Bild) – und mit einem kleinen Zwickel wird das Abendessen beschlossen – und damit auch ein hervorragender kulinarischer Abend!
Ergänzend sei noch gesagt, dass der Ober freundlich, typisch wienerisch und auch witzig war. Zum Schluss bot er uns noch einen Schnaps “zum Drüberstreuen”
an – aber wir sind dann doch lieber bei den schwächeren Getränken geblieben.
Fazit: Top Gaststätte in Wien. Anscheinend noch ein Geheimtipp, viel war an dem Abend nicht los. Die Gösser Bierklinik gilt laut Reiseführer auch noch eher als Zielpunkt von Einheimischen. Tatsache ist aber: ich kann es jedem nur weiterempfehlen!
Tags: Gösser Bierlinik, Wien