Der Motown-Sound der 60er Jahre
3. Juli 2009 von Vrankey
Die Motown Record Company, L.P., ist eine Plattenfirma, welche die Musikwelt wohl so sehr beeinflusst hat wie kaum ein anderes Label. Sie wurde im Jahr 1959 von Gründer Berry Gordy Jr. unter dem Namen “Tamla” ins Leben gerufen. Erst später benannte Gordy das Label in Anspielung auf die Autostadt Detroit, die als “Motor Town” bekannt war und in welcher das Label damals seinen Sitz hatte, in Motown um. Inzwischen hat Motown in New York seinen Sitz.

Die Motown-Studios in Detroit
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Das Label Motown galt mit dem typischen Sound seiner Künstler, die es in den 1960er Jahren hervorgebracht hat, als Wegbereiter für Soul und schwarze Musik im Allgemeinen und bewarb diesen Sound später auch als “The Sound of America”, der den US-Amerikanern, egal welcher Hautfarbe, gleichermaßen gern gehört und gemocht wurde. Die Basis für den besonderen Klang lieferten die Funk Brothers, eine Band aus Studiomusikern, die selbst in der Öffentlichkeit weitgehend anonym blieb. Sie konnten aber zahlreiche Bands und Songwriter bei den Aufnahmen derer Songs unterstützen und so zu Ruhm verhelfen.
Der klassische Motown-Sound der 60er Jahre zeichnete sich dabei durch einen simplen, auf 1/4-Noten basierenden Drumbeat, prägnante Basslinien und viel Raum aus, der durch verschiedene Elemente wie Orgel, Streicher, Bläser und Background Vocals geschaffen wurde, ohne pompös zu wirken (Kritiker bezeichnen diesen Sound heute oft als “zu kitschig”).
Die E-Gitarren-Parts wurden oft mit semi-akustischen Blues-Gitarren eingespielt und gaben dem Sound eine zusätzliche rhythmische Note, ohne mit viel Verzerrung zu arbeiten oder gar “rockig” zu wirken. Teilweise wurden sie dezent mit Effekten angereichert, um die typische Motown-Atmosphäre zu verstärken. Besonders deutlich wird dies z.B. in dem Motown-Klassiker “Papa Was A Rolling Stone”, der, zunächst im Original von den Motown-Songwritern Norman Whitfield und Barrett Strong geschrieben und von The Undisputed Truth veröffentlicht, im Jahr 1972 in einer epischen Coverversion von The Temptations auf Platz 1 der Billboard-Charts stürmte und drei Grammies erhielt. In diesem Song gibt der Wah-Wah-Effekt der Rhythmus-Gitarre dem Sound eine besondere Note.
Zu den bekanntesten Künstlern, die durch Motown bekannt geworden sind, dürften Diana Ross & The Supremes, The Four Tops, Temptations, Marvin Gaye, Stevie Wonder und – nicht zuletzt – The Jackson Five zählen. Diese und andere Künstlern schufen viele Klassiker, die im Laufe der Jahre auch wiederholt gecovert wurden, teilweise auch noch von anderen Motown-Künstlern. Als Beispiele zu nennen wären “Ain’t No Sunshine”, “I Heart It Through The Grapevine”, “(Reach Out) I’ll Be There”, “I’ll Be There”, “You Can’t Hurry Love”…. und viele andere mehr!
Mit dieser Zeit wurde der Grundstein für die spätere Entwicklung von Soul und Funk der 70er Jahre, Black Music und z.B. R’n'B gelegt, was sowohl der Unmenge an großen Pop-Komponisten als auch dem Sound der Funk Brothers und den perfomenden Künstlern – oft grandiosen Leadsängern wie Diana Ross und Michael Jackson – zu verdanken ist. Noch heute werden auch die Originale immer wieder gern gespielt – und gehört!
Tags: Michael Jackson, The Supremes