Oasis am 27.2. in München
28. Februar 2009 von Vrankey
Hi, ich komme gerade zurück vom Oasis-Konzert im Münchner Zenith. “Beginn” war offiziell um 20 Uhr … wir waren etwas später da, also kurz nach Acht. Wir, das heißt mein Kumpel Andi, der wie ich eine Karte für den Gig hatte, seine Freundin, die uns netterweise(!!) den ganzen Abend durch die Gegend kutschierte, sowie meine Wenigkeit.

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Ich war ein wenig angeschlagen, war die ganze Woche wegen Grippe bereits krank geschrieben – bis auf heute. Heute MUSSTE ich fit sein. Meine Lieblingsband Oasis wieder in München, darauf hatte ich 6 Jahre gewartet. Keine Krankheit dieser Welt könnte mich davon abhalten, diesen Gig zu besuchen. Noel Gallagher zu sehen – kein Songwriter der Welt, bin ich doch selbst begeisterter Hobbymusiker, vom Oasis-Debüt “Definitely Maybe” (anno 1994) zentral beeinflußt – Liam Gallagher zu sehen, kein Sänger der Welt hat mir mit seiner persönlichen Art mehr imponiert – das sind die zentrale Punkte, neben ihrer Vielzahl an nahezu perfekten Songs, die mich zu diesem Ereignis trieben.
Nicht zu vergessen ist Gem Archer, wenn auch erst seit 2000 dabei, ein toller Gitarrist, der schon als zentrale Figur bei “Heavy Stereo” sein vielseitiges Talent bewies. Mindestens ebenso Andy Bell – Ex-Ride, Ex-Hurricane #1 – der mit “Step Into My World” schon vor so einer Zeit bei Oasis einen unsterblichen Klassiker des Britpop ablieferte und als Bassist bei der größten Band des 2. und 3. Jahrtausends vermutlich unterbewertet ist. Danke auch euch beiden für euer musikalisches Werk!
Zudem war Chris Sharrock dabei, der nunmehr vierte “offizielle” Drummer. Jaja, viele werden Zak Starkey nachweinen – dem Sohn des Drummers, der zufällig bei Lennon, McCartney und Harrison angestellt war. Aber Robbie William’s Ex-Drummer hat mehr Dynamik und mehr Begeisterung drauf, behaupte ich einfach mal.
Gut, nun zum Gig an sich. “Glasvegas” waren als Vorband angekündigt. Jo, was soll ich sagen …. Andi und ich betraten die Halle. Da probte irgendwas auf der Bühne vor sich hin. Unser erster Reflex: hin zur Theke. Zentrale Themen unser Diskussion: wo müssen wir um uns anstellen, um Bier zu kriegen? Am Rande meines Bewusstseins bekam ich mit, dass Krombacher ausgeschenkt wird. Wir mussten uns 2x erneut anstellen, um nicht Cocktails statt Bier zu kommen. Irgendwann hatten wir schließlich unseren Gerstensaft.
Mitte links von der Bühne standen wir schließlich, nahmen die letzten Töne einer vermeindlichen Vor-Vor-Band zur Kenntnis. Pause. Wir denken, aha, gleich legen vielleicht Glasvegas los. Plötzlich hören wir, eingespielt, “Fucking In The Bushes” – unser beider Reaktion: Häh? Wie, jetzt schon Oasis? Wo ist die Vorband? Ok, schließlich betreten die Gallaghers, Archer, Bell und Sharrock die Bühne. Rock’n'Roll Star beginnt. Spätestens dann ist uns klar: der Höhepunkt des Abends hat begonnen. Scheiß auf Glasvegas und sonstige Vor-Vor-Vor-Vor-Bands, OASIS spielen!
Danach ging’s mit einem strange Intro weiter – wir überlegten, was es sein könnte – bis Lyla vom Vorgängeralbum “Don’t Believe The Truth” loslegte. Hatten wir noch nie vorher live gehört, da Oasis zuletzt zur “Heathen Chemistry” Tour in München waren. Fantastischer Livesong, macht ungemein Stimmung.
Nicht zu vergleichen mit, folgend, The Shock Of The Lightning, der Vorab-Single des neuen Albums. Ein fantastischer Song, auch live. Trotzdem bin ich gen Ende neues Bier für Andi und mich holen gegangen … und hab damit den Anfang der ultimativen Konsum-Hymne Cigarettes & Alcohol verpasst, bzw. nur von der Bar aus mitverfolgt. Immer noch ein unvergleichlicher Klassiker…..
Nach der Punk-Version von The Meaning Of Soul (=weit besser als die Album Version!) folgte das entspannte To Be There Where’s Life, mit Gitarre, als Cool-Down für den folgenden ruhigeren Part. Moment, einmal wurd’s noch rockiger: als Waiting For The Rapture anstimmte, sangen Andi und ich synchron erstmal “Five To One Babe, One In Five….” von The Doors, zum Amusement zu anderen Fans, die das mitbekamen.
Nun jedoch verließ Liam Gallagher die Bühne. Warum? Damit Oasis mit Noel als Frontman einen Song performen konnten …. einen Song … names The Masterplan!! Was für ein Auftritt!! Noch nie hatte ich vorher etwas vergleichbares live gehört. Noch nie hatte ich so eine Gänsehaut. Ich war absolut baff. Danke Noel!
Es folgte Songbird. Jo. Eine der besten Singles 2002/2003 to me. In diesem Kontext: mir scheißegal. Neues Bier holen war wichtiger.
Was nun folgte, ist kaum zu beschreiben. Doch: mit zwei Worten: Slide Away. Ok. Nach dem letzten Akkord sagte ich zu Andi: ‘Ok. Jetzt habe ich den besten Song der Welt live gehört. Jetzt kann ich sterben.’
Qualitative Erholungspause? Von wegen. Es folgte Morning Glory, ein weiter Klassiker, den man nicht verpassen darf. Danach stellt sich Liam vor’s Mikro und meint: “This one’s for you!” Alles klar. Es folgt Ain’t Got Nothing, das er damals in einer Münchner Gefängniszelle geschrieben haben soll. Sicher doch.
The Importance Of Being Idle ist auf einem ähnlichen Level. Ich denk mir: jo, The Coral hätten auch mal mehr Aufmerksamkeit verdient. Es folgt Anstandsapplaus, gepaart mit Freude, diesen Oasis-Song auch mal live gehört zu haben.
Was folgt nun? Atmosphärischer Klangteppich. “Na na na na naaaaa”…. ok. Alles klar. I’m Outta Time, mein Fave vom neuen Album. Liam’s Bester, noch vor “Pass Me Down The Wine”! Weltklasse ….. danke Liam! Thomas Gottschalk weiß morgen vermutlich gar nicht, welches Glück er hat…..
Nun kommt danach: Wonderwall. In der Originalversion! Ich versuche meine Freundin per Handy an diesem Moment teilhaben zu lassen (ihre Antwort per SMS.: “Was war das denn?” – Nun gut, spricht nicht für die Übertragungsqualität des Providers
). Danach folgt das obligatorische Supersonic, super wie immer.
Die “offizielle” Setlist ist vorbei. Während einer kurzen “Bitte-gib-uns-Zugabe”-Pause geh ich mal euen Gerstensaft holen. Plötzlich fängt eine tolle Semi-Akustik-Version von Don’t Look Back In Anger an. Perfekt! Auf’s wesentliche instrumentiert, das Publlikum singt den Refrain – das Solo wird trotzdem gespielt wie bekannt. Ein Höhepunkt des Abends!
Danach folgte Falling Down, die Noel-Hymne des neuen Albums. Kam wie die Studio-Version superb – wenn auch, Vocals-bedingt, nicht so großartig.
Aber der Abend war ja noch nicht zu Ende. Noel blieb am Mikro stehen, Liam blieb fern von der Bühne. Dann erklangen die Anfang-Pickings von Champagne Supernova. Ich, völlig von den Socken, geh auf die Knie, bete Waynes-World-artig “Ich bin unwürdig!” ab. Von verschiedenen Seiten gucken mich einige Konzertbesucher etwas ungläubig an, mir egal. Champagne Supernova noch 2003 nochmal live, ich war begeistert!!! Ein Erlebnis…..
Tja … kann man das noch toppen? Nö. Ja. Doch? JA! “I am he as you are he as you are me and we are all together.” Jaaa! I Am The Walrus! Oasis covern The Beatles. Kann man zum Abschluss eines Konzertes etwas größeres live erleben? Äh … *nachdenk* …nö. Ein Wahnsinn!! Jeder kennt den Text, obwohl nicht ‘trivial’. Ein gelungener Abschluß eines absolut(!!) hochwertigen Konzerts.
2003 hatte ich Oasis zum Abschluss ja “My Generation” von The Who covern hören. Im Original fast besser als das Walross, wie ich finde. Aber die Coverversionen, live …nicht zu vergleichen!!! Auf der B-Sides-Compilation ist ja eine scheußliche Version von “I Am The Walrus” zu hören (Liam klingt dort, während er “Eggmaaaaan” singt, wie Willi aus Biene Maja). Aber das heut abend – WELTKLASSE!!!! Oasis und die Beatles in Kombination – unerreicht!!!
Tja, Ende. Leider! Ich bin nach Ende in ner Stimmung, wo ich sage: spielt noch 5-6 Songs! Leider ist es zu Ende. Nun ja. Andi geht zum Bier-Stand, Nachschub holen, ich hole mir inzwischen am Merchandising-Stand das beste Shirt meines Lebens (perfekte Größe – endlich – perfekte Farbe, super Cover: dunkelbau, Size S, mit DOYS-Stil-Bandlogo), danach fahren wir (dank Freundin – nochmal danke!!) ins Cord zur After Show Party. Auf dem Weg dorthin laufen auf Radio Energy “Stop Crying Your Heart Out”, “Whatever”, “The Hindu Times” und “Stand By Me”. Im Cord schließlich trinkt jeder noch ein Beck’s, bevor’s heimwärts ging – nach einem super Abend!
Nun bin ich daheim, schreibe diesen Bericht anhand mehr als frischen Eindrücken, habe inzwischen “Definitely Maybe” und “Morning Glory” am Stück gehört. Und weiß mal wieder, wie genial diese Band ist. Manch einer mag sagen, Noel ist ein mittelmäßiger Gitarrist. Manch einer mag sagen, Liam ist ein gescheiterter Sänger. Mir egal – als Band sind sie die besten.
Übrigens: Liam klang auf dem Gig heute (bzw., gestern) mindestens(!!!!) 10mal frischer und fitter als vor 6 Jahren, und wirkte auch so. Von wegen, seine Stimme geht immer mehr den Bach runter – es geht aufwärts! Nicht nur Songs & Album (“Dig Out Your Soul” ist für mich ihr zweitbestes Album und wird mindestens ihr drittbestes bleiben) – auch die individuelle Qualität!
Auch Noel war heut abend bestens gelaunt. Gag des Abends: er stellt den Keyboarder als “my future ex-wife” vor!
Ein gelungener Oasis-Abend geht zu Ende. Aus meinen Lautsprechern ertönt “Champagne Supernova”. Ein perfektes Outro …. ich bin damit auch raus. Ein toller Abend geht zu Ende. Bis morgen.
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