Obama für Welt ohne Atomwaffen
4. April 2009 von Vrankey
US-Präsident Barack Obama hat gestern am NATO-Gipfel für eine Welt ohne Atomwaffen plädiert und einen Fahrplan zur Realisierung dieser Vision angekündigt. Gleichzeitig forderte er nach einer Unterredung mit Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy stärkere europäische Verbündete, als dies in der bislang der Fall war. U.a. von Deutschlands Aussenminister Frank-Walter Steinmeier ist diesen Vorstoss bereits begrüßt worden.
Kommentar:
Unabhängig von der Höhe der Wahrscheinlichkeit, dass dieser Plan auch umgesetzt werden kann: es ist begrüßenswert, dass ein Staatschef solche weltpolitischen Visionen anstellt und auch publiziert. Gerade in Zeiten, in denen die Welt nicht mehr von zwei Nationen kontrolliert wird, kann jeder Staat leichter in den Besitz von Atomwaffen kommen – nicht zu vergessen dabei die im Untergrund arbeitende Terrororganisationen.
Da könnte die Antwort auf diese Entwicklung leicht lauten: deswegen brauchen wir weiterhin Atomwaffen, um das Feld nicht solchen Staaten und Organisationen zu überlassen und um diesen weiterhin eine Antwort bieten zu können. Mit etwas Weitblick sollte jedoch klar werden, dass die Antwort eben nicht so lauten darf.
Offensive Reaktionen und Aktionen sind in der Atomwaffenpolitik genau die falsche Antwort. Aufrüstung von offensivem Waffenmaterial provoziert eben solche, so dass ein Spiralprozess in Gang setzt. Vielmehr sollte man ein Zeichen setzen und nukleares Kampfmaterial abrüsten, um damit auch zu versuchen, andere dazu ermutigen, dem nachzueifern – was gewiss nicht unrealistisch ist, denn atomare Aufrüstung ist teuer.
Natürlich darf man nicht blind sein und sagen: wir rüsten alle ab, alle machen für alle Zeiten mit, und alles ist gut. Die Abrüstung sollte gewiss nicht das defensive Material, sprich die Abwehrschilde betreffen. Hier sollte aufgerüstet und verstärkt zusammengearbeitet werden – ein globaler Atomwaffenschutzschild unter dem Deckmantel der UNO, hinter dem alle Staaten möglichst gleichberechtigt stehen, muss begleitend zur atomaren Abrüstung eingerichtet werden. Insofern ist Obamas Vorstoss gegenüber Europa nur logisch.
Die Schutzschilde dürfen künftig nicht mehr dazu benutzt werden, sich gegenseitig zu provozieren, sondern um zusammen den Weltfrieden zu bewahren und Sicherheit vor möglichem atomaren Terror zu bieten.