Das Hin und Her des Oskar Lafontaine
23. Oktober 2009 von Vrankey
Was Oskar Lafontaine will und vorhat, wird immer undurchsichtiger. Nachdem er nach der Landtagswahl im Saarland überraschend verkündet hatte, den Fraktionsvorsitz im Bundestag gegen jenen in Saarbrücken einzutauschen, kommen nun neue Gerüchte auf. Angeblich plant Lafontaine auch schon den Rückzug von seiner neuen Position als Saarländer Linken-Fraktionschef.

Oskar Lafontaine, Vorsitzender der Linken
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Was bisher geschah: während die Grünen nach der Wahl im Saarland noch erörterten, ob sie künftig mit Schwarz-Gelb oder Rot-Rot koalieren, überraschte Lafontaine alle Beteiligten mit seinem plötzlichen Wechsel an die Saar, der seinen Ankündigungen vor der Wahl eindeutig widersprach. Der ehemalige Ministerpräsident hatte im Wahlkampf weiterhin massiv Stimmung gegen die Grünen betrieben, zu deren Vorsitzenden Hubert Ulrich er auch kein gutes Verhältnis pflegt.
Da die Grünen mit beiden Seiten inhaltlich gleiche (und für eine 3-Mann-Fraktion extrem respektable) Ergebnisse erzielt hatten, war für die Entscheidung nur noch die Frage der politischen Zuverlässigkeit relevant. Dass das Vertrauen zu Lafontaine – der als Fraktionschef und Verfechter des Steinkohlebergbaus eine rot-rot-grüne Regierung aus einer entfernten, aber sehr machtvollen Position beobachtet hätte – bei diesem Hin und Her nicht besser wurde, ist nachvollziehbar, was den grünen Sprung nach Jamaika fast schon logisch erscheinen lässt.
Lafontaine reagierte auf die Entscheidung der Grünen mit sehr drastischen Worten und versuchte, sie in die Ecke der Wahlbetrüger zu stellen. Beobachtet man bundesweite Umfragewerte, kommt man zu der Feststellung, dass dieser Versuch nicht wirklich von Erfolg gekrönt war – teilweise stiegen die Werte der Grünen seitdem sogar an.
Nun gibt es also Gerüchte um einem künftigen Rückzug von der Position, auf die Lafontaine sich zurückziehen wird. Vielleicht erhofft Lafontaine sich ja im Saarland eine ähnliche Wirkung wie jene, die sich im Bund nach seinem Rücktritt bisher andeutet – eine Entspannung des Verhältnisses zwischen SPD und Linken an. Ob sich die Grünen im Saarland davon ähnlich überzeugen lassen? Besser für sie wäre es, sich dieses Durcheinander erstmal nicht anzutun….
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