Google Chrome OS: Konkurrenz für Microsoft Windows
8. Juli 2009 von Vrankey
Der Krieg zwischen Microsoft und Google, die gegenseitig in ihre Kerngeschäfte eindringen, geht weiter. Nachdem Google mit Chrome einen Konkurrenten für den Browser Internet Explorer und Microsoft mit Bing (mal wieder) eine neue Suchmaschine ins Rennen schickte, verstärkt Google nun seine Bemühungen, in den Betriebssystem-Markt vorzudringen.
Google Chrome – bald mehr als ein Browser?
Schon mit Android hatte Google Microsoft in diesem Bereich den Kampf angesagt, allerdings in der mobilen Branche. Das nun zusätzlich geplante Google Chrome OS ist, gänzlich unabhängig von Android, als Betriebssystem für Laptops und klassische Desktop-Rechner geplant. Wie der Name bereits andeutet, wird das Betriebssystem rund um den Browser Google Chrome gebaut. Entsprechend soll es im wesentlichen aus eben jenem Browser und einem Linux-Kern bestehen. Der Quellcode zu Google Chrome OS soll, wie bei Android, “Open Source”, also frei zugänglich sein.
In der ersten Ankündigung von Google (siehe Official Google Blog: Introducing the Google Chrome OS) wurde Chrome OS als “schnell, einfach und sicher” angekündigt. Die Software ist für User gedacht, welche ihre Zeit an einem Rechner die meiste Zeit online verbringen und soll unmittelbar gestartet werden können, ohne dass man sich um technische Aspekte wie Sicherheitsupdates kümmern müßte.
Man kann davon ausgehen, dass Googles kostenlose und sofort verfügbare, in der Online-Anwendung integrierte Büroanwendungen, die bereits Konkurrenz für Microsofts teure Office-Pakete darstellen, bei Chrome OS ebenfalls eine wesentliche Rolle spielen werden.
Je weiter die Märkte von Google und Microsoft konvergieren, umso mehr entwickelt sich deren Konkurrenzkampf zu einem Kampf der Paradigmen und Systeme: auf der einen Seite Microsoft mit seinem clientseitig basierenden, klassischen Desktop-Betriebssystem, dass über Netzwerkschnittstellen nach außen kommuniziert – auf der anderen Seite Google’s Cloud Computing, dass den Client schlank und den Kern auf ein Browserfenster reduziert hält, alle Daten auf seinen Servern erfasst und dabei die internen Systemgrenzen verschwimmen lässt.
Dieser Kampf wird sich in vielen Diskussionen um Usability, Sicherheit und Datenschutz wiederfinden – und auch ins Rechtsfragen. Erst vor kurzem wurde Microsoft untersagt, seinen hausinternen Browser IE weiterhin von einer installationsbedingten Bevorzugung im Betriebssystem Windows profitieren zu lassen. Es wird spannend sein zu verfolgen, wie dieser Rechtsspruch auf das Verhältnis des Browsers Chrome zum Betriebssystem Chrome OS zu deuten ist.
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